2016 Ergebnis der Mitgliederversammlung

Schützen entscheiden sich für die Weiterführung der Allgemeinnutzung

 

Der Südliche Schützenbund hatte am Samstagabend zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen und 232 stimmberechtigte Mitglieder waren in die Südliche Schützenhalle gekommen. Die hohe Teilnahme war dem Umstand geschuldet, dass es um die längerfristige Vermietung der vereinseigenen Schützenhalle an die Stadt Lippstadt zur Unterbringung von Flüchtlingen und damit um die Zukunft des Vereins ging. Entsprechend waren die Vorbereitungen getroffen worden. Bürgermeister Christof Sommer konnte als Mitglied des Schützenvereins und Bürgermeister der Stadt Lippstadt den aktuellen Stand der Arbeiten und der veränderten Planungen zur Unterbringung von Flüchtlingen aus Sicht der Stadt Lippstadt schildern und damit Einblicke geben in die Unterschiede zwischen Notunterkünften und Wohnraum für regulär zugewiesene Asylbewerber. Wobei sich auch für die Südliche Schützenhalle eine Nutzungsänderung ergeben würde.

 

Für den Vorstand präsentierte Oberst Wolfgang Kemmerling auf einer großen Leinwand eine Gegenüberstellung aller bekannten Vor- und Nachteile aus Vereinssicht und aus städtischer Sicht. In einer Diskussion kamen danach noch die Mitglieder zu Wort. Viele Argumente wurden gehört und teilweise beklatscht. Die wichtigsten Argumente für eine Vermietung waren sowohl die finanziellen und materiellen Entschädigungen wie auch das Selbstverständnis der Schützen aus der historischen Tradition heraus dem Schutz der Menschen zu dienen. Die Bedenken, gerade im Hinblick auf die Zukunft des Vereins und für die Nutzung durch die Allgemeinheit, überwogen dann doch. Denn mit der Verpachtung der Schützenhalle an die Stadt, würde auf nicht absehbare Zeit eine der zentralen Säulen der Vereinsarbeit wegfallen. Langjährige Mieter könnten auf Dauer ausbleiben und auch nach Beendigung der Vermietung nicht zurückkehren. Nebenbei wäre die größte Veranstaltungshalle der Stadt Lippstadt und im Kreis Soest auch für alle anderen Aktivitäten wie Blutspendetermine, Trödelmärkte, Hochzeiten, Prüfungen der Fachhochschule, Betriebsratsversammlungen und Job-Börsen nicht nutzbar. Hinzu kamen die vielen ungelösten Fragen zur Verlegung der eigenen Feste und Aktivitäten. Als Tenor kann man davon reden, wie auch Major Ralf Schulte es tat: „...dass es ein wahnsinniges finanzielles Risiko darstellen würde, wenn wir unsere Halle abgeben würden.“ Aber Schulte gibt auch die anderen Gedanken der Mitglieder wieder als er sagt: „Es sind viele Familien die wirklich Hilfe brauchen und benötigen“. Er appelliert an die moralische Aufgabe der Schützen den Leuten zukünftig eine Bleibe und eine neue Heimat zu geben und in die Nachbarschaft und das Vereinsleben zu integrieren.
Nach dem Austausch aller Argumente kam es zur geheimen Wahl unter Aufsicht der Oberleutnante der Kompanien und des Justiziars des Vereins, Dr. Oberesch. Die Basisdemokratische Abstimmung ergab, dass bei sechs Enthaltungen, 30 Ja-Stimmen und 196 Nein-Stimmen die Mitglieder des Südlichen Schützenbundes nicht bereit waren das enorme Risiko für den Verein einzugehen und somit gegen eine Vermietung der Schützenhalle an die Stadt Lippstadt und für eine Fortsetzung der Vereinsarbeit aus eigener Kraft und eigenen Mitteln heraus votierten.

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