07.04.2008 - Wiederkehr zur Waldschänke

2.Kompanie des Südlichen Schützenbundes feierte ihr 100-jähriges Bestehen.
„Margeriten-Revue“ mit Musik und Erinnerungen verwandelte Festhalle in alte Vogelwiese

 

LIPPSTADT Wer sich dem Wesen der zweiten Kompanie des Südlichen Schützenbundes nähern will, der braucht nur in einem Naturlexikon zu blättern. „Ihre hellen Köpfe sind auf grünen Wiesen sofort zu entdecken und bestimmen dort das Bild“, heißt es über die Margerite, das Erkennungszeichen der Zweiten: „Sie tritt immer in großen Blütengemeinschaften auf.“ Welch treffende Beschreibung: Mit geschlossener Stärke und Innovationsfreude, die Maßstäbe setzte, hat sich die zweite Kompanie um den Schützenbund verdient gemacht. Darin waren sich die zahlreichen Gratulanten einig, die am Samstagabend zum 100-jährigen Jubiläum in die Festhalle am Weihewinkel gekommen waren. Über 500 Gäste feierten wie weiland auf der Vogelwiese, deren alte „Waldschänke“ in Form einer langen Holztheke am Kopfende der Halle nachgebildet war. Die Freunde der Jubilarin erlebten eine weit über drei Stunden lange „Margeriten-Revue“ mit Musik und Erinnerungen. Sie gipfelte in einem 30-minütigen Zusammenspiel mehrerer Kapellen. Am Ende stimmten die Blaskapelle Bad Westernkotten, das GGSO 9, das Lippstädter Tambourcorps, der Spielmannszug Westereiden und die West Highlanders Pipes and Drums aus Geseke unter der Gesamtleitung von Dietmar Schütz gemeinsam die alte Weise „Auld Lang Syne“ an - gut 100 Musiker im Takt.
„In unserem Schützenbund ist die Margeritenkompanie eine der Säulen, die den Verein in der Vergangenheit und in der Gegenwart geprägt haben“, lobte Ralf Schulte, stellvertretend für die Hauptleute der übrigen Kompanien. Er war es auch, der die genannten pflanzenkundlichen Eigenschaften der Margerite hervorgehoben hatte. Vereinsoberst Heinz-Josef Schulte unterstrich die Leistungen der Kompanie für den Gesamtverein. Sie habe viele Männer für Führungsposten abgeordnet und auch eine Reihe von Königen gestellt.
Die noch lebenden Majestäten der zweiten Kompanie zogen denn auch über einen (standesgemäß grünen) Teppich in die Halle ein: beginnend mit den amtierenden Regenten Lothar und Erika Mettner, über das älteste Paar, Theodor und Marlies Feldmann, bis zur ältesten Königin des Gesamtvereins überhaupt, der 95 Jahre alten Lini Hofknecht, Majestät vor 75 Jahren.
Mit launigen Kommentaren würzten Hauptmann Thorsten Dauk und Oberleutnant Jörg Henne ihren reich bebilderten Rückblick auf die Kompaniegeschichte. Bisweilen ließen sie gar Originale des Südens wiederauferstehen: So schritt Rolf-Dieter Klein als Fritz Schütte vor den Westernkötter Musikern in den Saal und dirigierte „Tochter Zion“. Daniel Brandt, der Enkel von Albert Lehmenkühler, dessen größte Leidenschaft die Pauke war, griff an seiner statt zum Instrument. Fritz Luig urteilte beim Biergericht ein weiteres Mal die „Primels“ ab, eine kleine Kompanie in der Kompanie. Schließlich trat sogar Dirk Brinkmann in die Fußstapfen seines Vaters Bernhard und hielt an der „Waldschänke“ den Hut auf, damit auch die einfachen Leute sich ein schönes Fest leisten konnten.

Quelle: "Der Patriot" GmbH
Details