Die Geschichte der 3.Kompanie

Die Gründung


Der unselige Zweite Weltkrieg brachte überall jegliches Vereinsleben zum Erliegen. Für den Südlichen Schützenbund sollte die Generalversammlung am 11. Mai 1941 vorläufig die letzte sein. Viele Schützenbrüder wurden zur Wehrmacht eingezogen, viele davon kamen nicht zurück. Die ersten Jahre der Entbehrungen nach dem verlorenen Krieg mit seinen grausamen Auswirkungen ließen jeden Gedanken an ein Wiederbeleben des Schützenwesens ruhen. Der 28. Mai 1948 war für den Verein ein denkwürdiger Tag. Einige wenige Schützen trafen sich an diesem Tag unter dem Vorsitz des Oberst Johann Walter im Vereinslokal Hesse mit dem Vorsatz: „Der Südliche Schützenbund soll weiter bestehen." Schon am 5. September 1948 fand eine überaus gut besuchte Generalversammlung statt, in der die Deputierten benannt wurden. Eine Woche später stand der Vorstand fest. In dieser Deputiertensitzung erlebte gleichzeitig die 3. Kompanie ihre Geburtsstunde. In der Jubiläumsschrift aus dem Jahr 1966 heißt es dazu: “Die zunehmende Einwohnerzahl des südlichen Stadtteils gibt Veranlassung, eine weitere Kompanie zu den bereits bestehenden zwei Kompanien zu bilden.” Als Kompaniebereich wurde der ganze Stadtteil westlich der Erwitter Straße festgelegt. Als Hauptmann wurde Anton Blanke gewählt. Bis die 3. Kompanie stand, gab es aber noch viel Arbeit. Die Schützenbrüder Anton Blanke, Werner Brinkmeier, Fritz Schmitz sen. und Franz Ruhlberg waren die eigentlichen Anreger für die Gründung der 3. Kompanie. Diese Schützenbrüder gingen von Haus zu Haus, um für ihre Idee zu werben und waren dabei überaus erfolgreich. Schon in wenigen Wochen waren mehr als 100 Männer bereit, in der 3. Kompanie Schützenbrüder zu werden. Bald fand eine Kompanieversammlung im Gasthof Wolf, Erwitter Straße, statt. Sie war überaus gut besucht. In dieser Versammlung wurden auch die weiteren Offiziere benannt. Oberleutnant sollte Fritz Schmitz sen. werden und Leutnant Franz Ruhlberg. Die Deputierten des Vereins gaben einstimmig dazu ihre Zustimmung. Einer Kompanie muss auch eine Fahne vorangetragen werden. Hauptmann Blanke und der residierende König Werner Brinkmeier erklärten sich spontan dazu bereit, die Kosten dafür zu übernehmen. Den Entwurf dazu lieferte Schützenbruder „Schorsch" Fahrenkemper, der auch später die Anregung gab, die Kompanie HECKENROSENKOMPANIE zu benennen. Gestickt wurde die Fahne von der Kunststickerin Frau Griess aus dem Hause Johanna Lücke, Lindenweg. Bald gab es auch ein besonderes Lied für die 3. Kompanie, das “Heckenrosenlied”. Den Text dazu schrieb Albert Walter. Der Text und die Melodie wurden von den Schützen begeistert aufgenommen, und das Lied wird auch heute noch bei allen Kompanieveranstaltungen mit Freude gesungen. Beim Schützenfest 1949 - im Entstehungsjahr der Bundesrepublik Deutschland - zeigte sich die 3. Kompanie mit ihrer neuen Fahne zum ersten Mal in der Öffentlichkeit, so dass man dieses Jahr als das eigentliche Gründungsjahr bezeichnen kann.

 

Beim letzten Schützenfest vor dem Kriege im Jahre 1939 hatte Ernst Mikus die Königswürde errungen. Er nahm sich Fräulein Berni Ostermann (heute Frau Brinkmeier) zur Mitregentin. Wie viele Schützenbrüder, kehrte auch Ernst Mikus nicht aus dem Krieg zurück.

Beim ersten Schützenfest nach dem Krieg residierte Werner Brinkmeier als Schützenmajestät anstelle des gefallenen Königs Ernst Mikus.

Die Freude der 3. Kompanie, gleich bei ihrem ersten Auftreten ein Königspaar in den eigenen Reihen zu haben, war groß. Das zeigte sich auch beim Festzug, zu dem die Kompanie in stattlicher Stärke antrat.

Die 3. Kompanie mit der ersten Fahne im Jahr 1950
V. l. n. r.: Fritz Schmitz, Ferdinand Petermeier,
Rudolf Schäfer

In der Familie Brinkmeier wurde auch weiterhin Schützengeist gelebt. Die Tochter Elke wurde im Jahr 1991 und die Tochter Karin im Jahr 2000 Königin des Südlichen Schützenbundes. Die Jubiläen Im Jahre 1974 konnte die 3. Kompanie des Südlichen Schützenbundes auf ein 25-jähriges Bestehen zurückblicken. Weder in der Vereinschronik noch im Kompaniebereich wurde damals davon Kenntnis genommen. 1979 wurde bei einem Festakt der 3. Kompanie am Schützenfest- Sonntag zu ihrem 30-jährigen Bestehen eine neue Fahne überreicht. Die Anschaffungskosten wurden zu einem großen Teil von den Schützen der 3. Kompanie getragen. Die bisherige Fahne wird seitdem bei Festumzügen als Traditionsfahne mitgeführt.

Das erste Königspaar nach dem
Krieg im Jahr 1949
Werner und Berni Brinkmeier

Ausmarsch der 3. Kompanie am Schützenfest-Sonntag im Jahr 1989.
Vorangetragen wurden Füllhörner mit Heckenrosen.

 

Im Jahr 1989 feierte die 3. Kompanie ihr 40-jähriges Gründungsjubiläum. Zur Feier des 50-jährigen Kompaniejubiläums wurden am 29. Mai 1999 alle Schützen und Offiziere der 3. Kompanie mit ihren Partnerinnen sowie eine große Anzahl von Ehrengästen in die festlich dekorierte Schützenhalle eingeladen.

Festabend zum 50-jährigen Jubiläum der 3. Kompanie
am 29. Mai 1999 in der Südlichen Schützenhalle

 

Zum Schützenfest-Samstag wurden alle Majestäten, die aus der 3. Kompanie hervorgingen, zum Zapfenstreichständchen in das Kompanielokal “Weingarten” an der Stirper Straße eingeladen.

Majestäten, die von 1949 bis 1999 aus der 3. Kompanie hervorgingen

 

V. l. n. r. : Maria Althaus - heute Immenkemper (1952/53), Hanne Hansen und Jochen Hansen (1976/77), Hilde Oldenkott und Willi Oldenkott (1967/68), Gertrud Kreyenmeier und Horst Kreyenmeier (1977/78), Brigitte Bachmann - heute Böhme und Eduard Bachmann (1970/71), Ida Sigge - heute Kempkensteffen (1953/54), Liesel Floer - heute Thienenkamp (1963/64), Heinrich Jathe (1965/66), Berni Brinkmeier (1939 bis 49), Wilhelm Salmen und Hannelore Salmen (1988/89), Wolfgang Spiekermann und Rosi Spiekermann (1995/96), Helmut Brock und Gerti Kutsch - heute Ackenheil (1966/67), Gisbert Jathe und Marianne Jathe (1969/70), Karl Heinz Finke und Elke Finke (1991/92), Margret Herberhold - heute Tolzien (1960/61), Hans Rüdiger Zassenhaus (1980/81), Hildegard Hesse (1955/56)

Die Hauptleute der 3. Kompanie Der erste Hauptmann der 3. Kompanie, Anton Blanke, wurde 1953 abgelöst von Werner Brinkmeier, der der Kompanie bis 1968 vorstand. 1969 leitete Hubert Bartmann die Kompanie. Ihm folgte von 1970 bis 1975 Helmut Brock. Für weitere zwei Jahre war dann Heinz Dickhans Kompanieführer. Eduard Bachmann war Kompaniechef bis 1987. Ihm folgte 1988 Wolfgang Spiekermann. Er leitete die Kompanie bis zum November 2001. Nachfolger als Kompaniechef wurde Wolfgang Pott.

 

Das Kompaniefest der 3. Kompanie wird seit vielen Jahren jeweils an einem Adventssonntag als Nikolausfeier ausgerichtet. Hierzu sind die Lippstädter Bürger und alle Schützen mit ihren Angehörigen in die Schützenhalle im Weihewinkel eingeladen. Der Höhepunkt dieses Festes ist immer der Einzug des Nikolaus in die weihnachtlich geschmückte Schützenhalle. In einem großen Schlitten bringt er für die Kinder Nikolaustüten mit, die mit Süßigkeiten und Obst gefüllt sind. Zur Freude des Nikolaus singen Mädchen und Jungen ein Weihnachtslied oder sagen ein Gedicht auf. Während sich die Eltern an einem großen Kuchenbuffet mit Kaffee und frisch gebackenen Waffeln bedienen, können sich die Kinder auf der Hüpfburg, im Kettenkarussell oder am Spielestand vergnügen. Dem Zauberer gelingt es in jedem Jahr, mit seinen Kunststücken die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich zu ziehen. Die vielen Gewinne der vielbestaunten Tombola sind dann vorübergehend vergessen.

Der Nikolaus in der Südlichen Schützenhalle

 

An einem mit Schnee bedeckten Pavillon werden für alle Gäste heiße und auch gekühlte Getränke ausgeschenkt. Die Offiziere der 3. Kompanie im Führungsbereich und im Stab des Bataillons Zahlreiche Offiziere stellte die 3. Kompanie auch im erweiterten Führungsbereich des Bataillons. Heinrich Oestreich war Major von 1964 bis 1969. Hauptmann Hermann Schlepphorst war seit Anfang 1952 Presseoffizier im Stab. Hauptmann Heinz Jürgens übernahm 1979 diese Aufgabe. Weiter sei genannt der frühere Rendant des Vereins, Major Werner Sommer. Auch der Schriftführer Major Jochen Hansen kam aus der 3. Kompanie. Hauptmann Heribert Maise war Justiziar seit 1966. Dr. Klaus Bücher war Oberstabsarzt bis 1989 und Hauptmann Hermann Oesterhaus und Hauptmann Karl Heinz Finke kommandierten die Fahne. Oberstabsarzt Dr. Klaus Bücher, Major Werner Sommer, Major Heinz Horenkamp, Major Anton Wetter und Hauptmann Hubert Bartmann wurden zu Ehrenoffizieren auf Lebenszeit ernannt. Schützenfreundschaften Über viele Jahre hat die 3. Kompanie des Südlichen Schützenbundes eine Freundschaft mit dem Schützenbund in Hamburg-Volksdorf gepflegt. Zu den Schützenfesten erfolgten mit großen Abordnungen gegenseitige Besuche. Leider besteht heute diese von beiden Seiten sehr geschätzte Verbindung nicht mehr. Die nachfolgende Generation der Volksdorfer Schützen konnte die Vereinsaktivitäten, die in erster Linie sportlich ausgerichtet waren, nicht aufrecht erhalten. Auch mit der 5. Kompanie des Nördlichen Schützenbundes wird eine Schützenfreundschaft gepflegt. Auf Kompanieebene erfolgen bei den Schützenfesten und bei den Kompaniefesten gegenseitige Besuche. Der Kompaniewandertag Seit 1990 führt die 3. Kompanie alljährlich einen Wandertag durch. Hierzu werden alle Schützen mit ihren Partnerinnen und besonders die Kinder eingeladen.

Wandertag der 3. Kompanie im Jahr 2000

 

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