Die Geschichte der 5.Kompanie

Die Gründung - 25 Jahre ist es her, dass die 5. Kompanie im damaligen „Schwerpunkt“, heute bekannt als „Süder Höhe“, mit viel Begeisterung und Elan gegründet wurde. Erster Hauptmann der Kompanie wurde im Jahr 1981 Hans-Friedrich Moos, heute Ehrenoberst des Südlichen Schützenbundes. Als Kompanieblume wurde keine altbekannte, sondern bewusst die Orchidee als etwas Besonderes gewählt. In den ersten Jahren musste die Kompanie ohne Kompanielied auskommen, bis 1984 der Fahnenoffizier und spätere Hauptmann der Kompanie, Günther Lummer, ein Kompanielied schrieb, das schnell von allen Schützenbrüdern der Kompanie aufgenommen wurde und bis heute gerne gesungen wird. Auf einem Schmuckblatt niedergeschrieben und gerahmt, hat es einen Ehrenplatz neben der Gründungsurkunde im Kompanielokal „Altdeutsche Bierstube“ an der Landsberger Straße.

Übergabe der Gründungsurkunde durch den Oberst Hans Hermes an Hans-Friedrich Moos

Das erste Königspaar der 5. Kompanie Selbstverständlich haben vom ersten Jahr ihres Bestehens Schützenbrüder der Orchideenkompanie beim Ringen um die Königswürde mitgewirkt. Geplant wurde ein König schon oft vor dem Schützenfest, aber über viele Jahre wurde der Wunsch nicht erfüllt.

Nicht immer sehr zielsicher, aber doch schon fast regelmäßig, konnte sich einer unserer Schützenbrüder Kron- oder Zepterprinz nennen. Leider klappte das Erringen der Königswürde auch nicht zum 10-jährigen Jubiläum im Jahr 1991, aber 1992 war es dann soweit, die 5. Kompanie hatte einen König. Ein lang ersehnter Wunsch hatte sich endlich erfüllt.

Das Königspaar Erich und Luise Stahn im Jahr 1992 nach der Krönung

Wegen des plötzlichen und völlig überraschenden Todes von Luise Stahn während ihres Regentschaftsjahres trat der amtierende König zurück, und die Königswürde musste erneut durch ein Vogelschießen ermittelt werden.


Alle Thronoffiziere des bisherigen Hofstaates kämpften um die Königswürde. Auf die Insignien wurde nicht geschossen. Hans Joachim Herzog landete den entscheidenden Treffer und wurde neuer König des Südlichen Schützenbundes. Er erkor seine Ehefrau zur Mitregentin.

Hans Joachim Herzog auf den Schultern seiner Kameraden

Das Königspaar Christa und Hans Joachim Herzog im Jahr 1993 nach der Krönung

Die kompanie Internen Veranstaltungen - Von Anfang an wurde von der Kompanieführung großer Wert auf die Einbeziehung der Familien in das Kompanieleben gelegt. Verwirklicht wird dieses auch heute noch durch das Kompaniefest, durch das Runkelschützenfest, durch die Geflügelverlosung zu Weihnachten, durch Besuche zu Geburtstagen (ab 60 Jahre) und durch Kontakte zu anderen Vereinen. Stellvertretend wären hier zu nennen der SV Viktoria Lippstadt, die Piusgemeinde, die Männergruppe des Kleingartenvereins Abendsonne oder auch die 3. Kompanie des Nördlichen Schützenbundes. Manche Verbindungen sind über lange Jahre gewachsen, manche aber auch fast in Vergessenheit geraten.

Das Kompaniefest Spiel ohne Grenzen
Ein fester Bestandteil im Rhythmus des Jahres war und ist das Kompaniefest. Am Anfang richtete die 5. Kompanie über viele Jahre ein „Spiel ohne Grenzen“ für Jung und Alt aus. Mannschaften aller Kompanien und befreundeter Vereine lieferten sich auf dem alten Sportplatz von Viktoria Lippstadt vor oftmals mehreren hundert Zuschauern harte Wettkämpfe. Mancher von ihnen dachte, er sei bei Fernseh-Aufnahmen für die damalige Sendung „Spiel ohne Grenzen“. Vorberichte über diese Wettkämpfe in Presse und Rundfunk trugen dazu bei, dass unsere Feste zu tollen Erfolgen wurden. Mit vielen Helfern konnten die verrücktesten Spiele entwickelt werden, wobei ein großer Teil der Arbeit auf das Herrichten von Kulissen, Kostümen und Spielgeräten entfiel. Getestet und ausprobiert wurden die einzelnen Spiele an geheimen Orten, denn Spione waren überall zu finden. Ein geeigneter und für die Öffentlichkeit nicht zugänglicher Ort war der Kasernenbereich der Britischen Armee an der Südstraße. Hier wurden wir auch bei unseren Vorbereitungen mit Speisen und Getränken versorgt. Möglich war dieser Trainingsort durch einige gute Freundschaften. Aber nach mehreren Jahren ließ das Interesse an dem „Spiel ohne Grenzen“ nach, zumal es immer schwerer wurde, neue und interessante Spiele zu entwickeln.

Fußballturnier
Mit einem Fußballturnier wurde ein geeigneter Ersatz gefunden. Unter Hauptmann Rudi Quill wurde ein System ausgearbeitet, um allen teilnehmenden Mannschaften ein spannendes und interessantes Turnier zu bieten. Obwohl jede Mannschaft einen Pokal mit nach Hause nehmen konnte, wurde doch um den Turniersieg bis zum Letzten gekämpft. Ein Teil der Mannschaften kam über Jahre hinweg nur, um mitzumachen. Dass sogar Spieler gekauft wurden, war sicher nur ein böses Gerücht und konnte an sich nicht wahr sein. Weil es doch einige Verletzungen gab, wurden das Fußballturnier wieder abgeschafft und unter Hauptmann Rudi Quill und seinem Nachfolger Günther Lummer durch ein Dartturnier ersetzt.

Dartturnier Ein Dartturnier kann ohne Verletzungsrisiko für die Teilnehmer durchgeführt werden. Die Zuschauer konnten viele spannende Wettkämpfe verfolgen. Ein Pokal für den besten Einzelwerfer sorgte weiterhin für höchst spannende Zweikämpfe. Wer noch nicht genug hatte, konnte und durfte sich im Preisdarten noch richtig beweisen, wobei attraktive Preise sicher den Ehrgeiz angespornt haben. Außerdem gab es bei allen Kompaniefesten auch ein Rahmenprogramm, um den Gästen und Zuschauern Zusätzliches zu den Spielen und Wettkämpfen zu bieten. Dass Köstliches vom Grill und gezapftes Bier für das leibliche Wohl sorgten, ist wohl nicht mehr nötig zu erwähnen. Kaffee und Kuchen wurden ebenso angeboten wie Eis und Süßigkeiten für die kleinen Gäste. Eine Schießbude und die Knaxburg gehörten ebenso dazu wie das Torwandschießen und im Wechsel die Minimotorräder, das Spielmobil oder das Kinderkarussell. Unter Hauptmann Marius Twynam vollzog sich im Jahre 2000 der lange geplante Umzug des Austragungsortes für das Kompaniefest vom alten Viktoria-Sportplatz zum Gelände des Südlichen Schützenbundes. Zum einen war diese Änderung dringend erforderlich, um unabhängig vom Wetter zu sein und zum anderen, weil ein Kompaniefest einfach auf den Schützenplatz oder in die Schützenhalle gehört. Gleichzeitig mit diesem Umzug wurden die Pokale für die teilnehmenden Mannschaften abgeschafft. Die Sieger erhielten stattdessen Geldpreise. Aber auch ein Dartturnier verliert im Verlaufe der Zeit an Attraktivität. Veränderungen sind daher erforderlich, um ein Kompaniefest lebendig zu halten.


Tanz in den Mai In Zusammenarbeit mit allen Offizieren der 5. Kompanie, wagte es Hauptmann Marius Twynam im Jahr 2004 zum ersten Mal, im Bereich des Südens „Einen Tanz in den Mai“ zu veranstalten. Bis heute hat sich dieses Wagnis gelohnt, einen ganz neuen Weg für ein Kompaniefest zu gehen. Dass alle Feste nur mit Sponsoren und vielen Helfern zu bewältigen sind, versteht sich von selbst. Sie zu erwähnen würde den Rahmen sprengen, aber an dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle, die uns bei unseren Kompaniefesten unterstützt haben.

Gedanken zur Kompanie - Die 5. Kompanie hat wie die anderen Kompanien auch ein Kommen und Gehen an Schützenbrüdern. Viele Gründungsmitglieder haben uns leider für immer verlassen. Keiner dieser Schützenbrüder ist vergessen, und die Lücken in der Kompanie sind nicht immer zu schließen. Stellvertretend für alle von uns gegangenen Schützenbrüder soll hier unser langjähriger Fähnrich und Mitbegründer der Kompanie, Theo „Humpi“ Humpert, erwähnt werden. Nach schwerer Krankheit ist er viel zu früh von uns gegangen. Umso mehr sind wir erfreut, noch viele Schützenbrüder im hohen Alter unter uns zu haben, die immer noch mit großer Freude am Kompanie- sowie am Vereinsleben teilnehmen. Sie sind Vorbilder für unsere Jungschützen, die durch sie einen Kontakt zum Südlichen Schützenbund gefunden haben. Als Kompanie in einem stets wachsenden Einzugsgebiet - von der „Süder-Höhe“ bis zur Lippeschule - ist es schwer, die Bewohner anzusprechen und zu bewegen, doch in die 5. Kompanie bzw. in den Südlichen Schützenbund einzutreten, um Mitglied einer großen Gemeinschaft zu werden. Obwohl die Orchideenkompanie im Vergleich zu den anderen Kompanien eine geringere Mitgliederzahl aufweist, hat sie es geschafft, viele Schwierigkeiten zu meistern. Sie hat mit Erfolg manches Riff umschifft und manches tiefe Tal durchquert. Eine wachsende Anzahl von Jungschützen ist ein Beweis dafür, auch die heutige Jugend für das Schützenwesen begeistern zu können. Vielleicht ist unser Motto „wir sind zwar wenige, aber lustig und überall“ doch nicht so falsch, und eine zusammenhaltende Schützenfamilie sind wir sowieso. Spaß und Freude haben wir in jedem Jahr am Schützenfest-Dienstag bei unserem Runkelschützenfest mit Fahne, Umzug und Krönung. Auch das Kinderrunkelschützenfest und ein gemeinsames Mittagsessen festigen den Zusammenhalt innerhalb der Kompanie. Nicht vergessen werden darf das in vergangenen Jahren durchgeführte Biergericht der Kompanie. Immer waren Spaß und Frohsinn angesagt. 25 Jahre alt oder besser jung ist die 5. Kompanie - die ORCHIDEENKOMPANIE - und die nächsten 25 Jahre liegen vor uns. Solange Alt und Jung auch weiterhin zusammen feiern und miteinander reden, muss sich niemand um die Zukunft der 5. Kompanie sorgen.

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